Verfahrensanweisung: Betonieren einer monolithischen Stahlbeton-Fundamentplatte
Materialien
- Transportbeton der Klasse C20/25 (B22.5), Konsistenz S3 (8-12 cm), Wasserundurchlässigkeit W6, Größtkorn bis 20 mm
- Gewebe- oder Schweißstahlnetz (Draht 1,0-1,1 mm, Maschenweite 10x10 mm) für Arbeitsfugen
- Polyethylen-Baufolie (Dicke mindestens 150 µm) zur Nachbehandlung des Betons
- Anpumphilfe (Primer/Schmiermittel) für die Förderleitung der Autobetonpumpe
- Professionelles Trennmittel (Schalöl) für Rahmenschalungen
- Abstandhalter für die Betondeckung (Kunststoff-Sterne/Knochen)
Ausrüstung
- Mobile Autobetonpumpe (Verteilermastreichweite ab 36 m, Leistung ab 130 m³/h)
- Fahrmischer (Transportmischer) mit einem Trommelvolumen von 4,5 bis 12 m³
- Fahrzeugkran mit einer Tragfähigkeit von 25 Tonnen (für Hilfs- und Reservearbeiten)
- Betonkübel (mit Scherenverschluss) mit einem Volumen von 1,0 m³
- Hochfrequenz-Innenrüttler mit einem Rüttelflaschendurchmesser von 38-50 mm
- Schwimmende Rüttelbohle mit Benzin- oder Elektroantrieb (Profil 2,5 - 4,5 m)
- Rotationsglätter / Flügelglätter (Rotordurchmesser 600-900 mm)
- Benzin- oder Dieselgenerator (Leistung ab 11 kW, 380/220 V)
1. Anwendungsbereich und allgemeine technische Anforderungen
Diese Verfahrensanweisung wurde für die Ausführung der Bau- und Montagearbeiten beim Betonieren einer monolithischen Stahlbeton-Fundamentplatte entwickelt. Die Arbeiten erfolgen im kontinuierlichen Verfahren in einer Schicht durch eine mechanisierte Kolonne. Die Basistechnologie ist für Arbeiten bei einer Umgebungstemperatur von über +5 °C ausgelegt. Bei sinkenden Temperaturen ist der Einsatz spezieller Methoden für das Winterbetonieren (Elektroerwärmung, Einhausung) erforderlich, die durch separate technologische Protokolle geregelt werden.
Für das Gießen der Fundamentplatte wird Schwerbeton der Druckfestigkeitsklasse C20/25 (Äquivalent B22.5), mit einer Wasserundurchlässigkeit von W6 und einem Frostwiderstand von F75 verwendet. Das Größtkorn der Gesteinskörnung (Schotter) darf 20 mm nicht überschreiten. Die erforderliche Konsistenz des Betons am Einbauort beträgt 80-120 mm nach dem Standard-Setzmaß (Konsistenzklasse S3). Der Wasser-Zement-Wert (W/Z-Wert) muss streng kontrolliert werden und im Bereich von 0,4-0,6 liegen, um die geplante Dauerhaftigkeit des Bauwerks zu gewährleisten.
Vor Beginn der Hauptarbeiten muss die Baustelle vollständig mit Ressourcen ausgestattet sein, über Zufahrtswege für Schwerlasttransporte verfügen und mit Plätzen zum Auswaschen von Betonpumpen und Fahrmischern ausgerüstet sein. Die Qualifikation der Kolonne muss zertifizierte Betonbauer, Eisenflechter und Maschinenführer umfassen, die in die Sicherheitsvorschriften eingewiesen und mit dem Bauablaufplan vertraut sind.
- Überprüfung der Bereitschaft der Zufahrtswege und der Tragfähigkeit des Baugrunds für den Standplatz von schwerem Gerät (Kräne und Betonpumpen).
- Einrichtung von Lagerplätzen, Beleuchtung der Arbeitsbereiche und Aufstellung mobiler Unterkünfte.
- Abnahme der Ausführungsplanung und Erteilung der Arbeitsfreigaben für die Betonarbeiten.
2. Vorbereitende Arbeiten und vermessungstechnische Kontrolle
Vor Beginn der Betonierarbeiten erfolgt eine obligatorische Abnahme der verdeckten Arbeiten mit Erstellung entsprechender Protokolle. Abzunehmen sind: die Sauberkeitsschicht, die montierte Schalung, der räumliche Bewehrungskorb und die Einbauteile. Die Lage der Schalung im Grundriss und ihre Höhenkoten müssen unter Berücksichtigung der in internationalen Normen (z. B. ISO 22966) festgelegten Toleranzen streng den Planvorgaben entsprechen. Die Sauberkeitsschicht und die Schalung sind von Bauschutt, Ölflecken und Schmutz zu reinigen.
Besonderes Augenmerk wird auf den Zustand des Bewehrungskorbes gelegt: Die Bewehrung wird von abblätterndem Rost, Eis und Schnee befreit. Im Winter ist die Entfernung von Eis nur durch einen Heißluftstrom unter einer Schutzabdeckung zulässig; die Verwendung von Dampf oder heißem Wasser ist strengstens verboten. Die Innenflächen der Schalungselemente werden mit einem speziellen Trennmittel (Schalöl) behandelt, das keine Spuren auf der Betonoberfläche hinterlässt und die Haftung von Ausbaumaterialien nicht beeinträchtigt.
Die Absteckung umfasst die Übertragung der Bauachsen und Höhenkoten auf das Schnurgerüst und die Schalungselemente. Als relative Kote ±0,000 wird der Fertigfußboden des Erdgeschosses des Gebäudes angenommen. Der Vermessungsingenieur überträgt mit einem Nivelliergerät die Höhenkoten der Oberkante der Fundamentplatte auf die Innenseite der Schalung und fixiert diese mit Markierungen oder Nägeln. Bei mehrschichtigem Betonieren wird auch die Dicke jeder technologischen Schicht (30-50 cm) zur visuellen Kontrolle durch die Betonbauer markiert.
- Reinigung der Bewehrung von Rost und der Sauberkeitsschicht von Schutt, Abblasen mit Druckluft.
- Auftragen von Trennmittel auf die Schalungshaut der Schalungselemente.
- Vermessungstechnische Übertragung der Höhenkoten der Betonoberkante auf die Innenfläche der Schalung.
- Abschließende Überprüfung der Stabilität der Schalungssysteme und Verstrebungen.
3. Ausbildung von Arbeitsfugen
Wenn ein ununterbrochenes Betonieren des gesamten Volumens der Fundamentplatte nicht möglich ist, sieht die Planung die Ausbildung von Arbeitsfugen vor. Das Betonieren erfolgt in Betonierabschnitten, deren Volumen anhand der Leistung der Betonpumpe und der Anlieferungsintensität des Betons berechnet wird. Die Lagen der Arbeitsfugen werden mit dem Planungsbüro abgestimmt und in Zonen mit den geringsten Querkräften angeordnet.
Als innere verlorene Schalung zur Ausbildung der Arbeitsfuge wird ein gewebtes oder geschweißtes Stahlnetz aus Draht mit einem Durchmesser von 1,0-1,1 mm und einer Maschenweite von maximal 10x10 mm verwendet. Vor dem Einbau wird das Netz zwingend entfettet, um eine maximale Haftung am Beton zu gewährleisten. Das Netz wird streng vertikal eingebaut und mit Rödeldraht sicher an den Stäben der oberen und unteren Bewehrung der Platte befestigt.
Um eine Verformung und ein Ausbeulen des feinmaschigen Netzes unter dem Druck des Frischbetons zu verhindern, wird die Konstruktion der Fuge durch einen zusätzlichen flachen Stützkörper verstärkt. Es werden vertikale und horizontale Bewehrungsstäbe montiert, die ein starres räumliches Gitter bilden. Vor der Wiederaufnahme des Betonierens im angrenzenden Abschnitt wird die Betonoberfläche im Bereich der Arbeitsfuge mit einer Drahtbürste, einem Sandstrahlgerät oder einem Hochdruckwasserstrahl von der Zementschlämme befreit, bis das Grobkorn freiliegt.
- Festlegung und Markierung der Grenze des Betonierabschnitts (Arbeitsfuge) gemäß der Verfahrensanweisung.
- Montage des stützenden Bewehrungskorbes zwischen der oberen und unteren Grundbewehrung.
- Einbau und Befestigung des entfetteten Metallnetzes (Maschenweite 10x10 mm).
- Entfernung der Zementschlämme von der Oberfläche der ausgehärteten Fuge vor dem Gießen des nächsten Abschnitts.
4. Förderung und Einbau des Betons
Die Anlieferung des Betons auf die Baustelle erfolgt durch Fahrmischer mit einem Trommelvolumen von 4,5 m³ bis 12 m³. Die Trommeln der Fahrzeuge müssen eine Entmischung, den Verlust von Zementschlämme verhindern und den Beton vor Niederschlägen und direkter Sonneneinstrahlung schützen. Die Förderung des Betons in das Bauteil erfolgt durch eine Autobetonpumpe mit einer Verteilermastreichweite ab 36 Metern und einer Leistung von mindestens 130 m³/h.
Der Innendurchmesser der Förderleitung muss das 2,5- bis 3-fache des maximalen Größtkorns überschreiten (Mindestdurchmesser des Rohrs 125 mm bei 20 mm Größtkorn). Vor Beginn des Pumpens von Transportbeton wird das Leitungssystem durch das Pumpen einer Anpumphilfe (chemischer Primer oder Zementschlämme) geschmiert, um die Reibung zu verringern und die Bildung von Stopfern zu verhindern.
Um eine Entmischung zu vermeiden, wird die freie Fallhöhe des Betons streng geregelt: maximal 1,0 m bei engmaschig bewehrten Bauteilen und maximal 2,0-3,0 m bei unbewehrten Bereichen. Wenn eine Förderung aus größerer Höhe erforderlich ist, werden Fallbremsen, Schütten oder Fallrohre verwendet. Bei einem Ausfall der Betonpumpe ist ein Reserveförderkonzept mit einem Autokran (25 Tonnen Traglast) und einem Betonkübel (1,0 m³ Volumen) mit Rüttler vorgesehen.
- Eingangskontrolle der Betonqualität: Messung der Temperatur und des Setzmaßes (erwarteter Wert 8-12 cm).
- Durchpumpen der Anpumphilfe durch die Förderleitung.
- Positionierung des Endschlauchs der Förderleitung in einer Höhe von maximal 1 Meter über der Einbauebene.
- Kontinuierliche Betonförderung mit synchroner Bewegung des Verteilermastes für eine gleichmäßige Verteilung.
5. Technologie des Einbaus und der Verdichtung durch Rütteln
Der Einbau des Betons erfolgt in horizontalen Schichten gleicher Dicke von 30 bis 50 cm, ohne Unterbrechungen, mit einer konsequenten Betonierrichtung zu einer Seite. Die Überarbeitungszeit der Schichten (das Intervall zwischen dem Einbau der vorherigen und der folgenden Schicht) darf 45-60 Minuten nicht überschreiten, damit die nächste Schicht vor dem Erstarrungsbeginn der vorherigen eingebracht wird. Die Zugabe von Wasser in den Fahrmischer auf der Baustelle zur Erhöhung der Konsistenz ist strengstens verboten, da dies den W/Z-Wert verfälscht und die Festigkeitsklasse des Betons kritisch mindert.
Die Verdichtung des Betons erfolgt durch elektromechanische Innenrüttler mit einem Rüttelflaschendurchmesser entsprechender Größe. Der Eintauchabstand des Innenrüttlers darf das 1,5-fache seines Wirkungsradius (durchschnittlich 50 cm) nicht überschreiten. Der Arbeitsteil des Rüttlers wird vertikal oder mit leichter Neigung in die Mischung eingetaucht. Die Eintauchtiefe muss sicherstellen, dass die Spitze 5-10 cm in die zuvor eingebrachte (untere) Betonschicht eindringt, um eine monolithische Verbindung zwischen den Schichten zu gewährleisten.
Die Dauer des Rüttelns an einer Position beträgt 15-30 Sekunden. Kriterien für eine ausreichende Verdichtung sind: das Stoppen des Setzens des Betons, die Bedeckung des Grobkorns mit Mörtel, das Austreten von Zementschlämme an der Oberfläche und das Aufhören des Aufsteigens großer Luftblasen. Das Herausziehen des Rüttlers erfolgt langsam bei laufendem Motor, damit der freiwerdende Raum rechtzeitig mit Beton gefüllt wird. Das Abstützen des Rüttlers auf dem Bewehrungskorb, den Abstandhaltern oder den Schalungselementen ist strengstens verboten.
- Schichtweise Verteilung des Betons in einer Dicke von 30-50 cm über die gesamte Fläche des Betonierabschnitts.
- Eintauchen des Rüttlers in Abständen von 50 cm und einer Eindringtiefe von 5-10 cm in die vorherige Schicht.
- Halten des Rüttlers für 15-30 Sekunden bis zum Austreten von Zementschlämme.
- Langsames Herausziehen der Rüttelflasche, um Hohlraumbildung im Körper der Platte zu vermeiden.
6. Oberflächenglättung und Nachbehandlung des Betons
Nach dem Einbau und der Verdichtung muss das obere Niveau des Betons 50-70 mm unter der Oberkante der Schalungselemente liegen. Die Betonoberfläche wird mit schwimmenden Rüttelbohlen mit einer Länge von 2,5 bis 4,5 Metern abgezogen. Nach dem anfänglichen Festigkeitsaufbau (wenn der Beton das Gewicht einer Person trägt und dabei einen Abdruck von maximal 2-3 mm Tiefe hinterlässt), wird die Oberfläche mit Rotationsglättern (Flügelglättern, Rotordurchmesser 600-900 mm) bearbeitet, um Mikrounebenheiten zu beseitigen und die Poren zu schließen.
Die Nachbehandlung des Betons zielt darauf ab, ein optimales Temperatur-Feuchtigkeits-Regime aufrechtzuerhalten. Frischbeton muss vor direkter Sonneneinstrahlung, Wind und Niederschlag geschützt werden. Dazu wird die Oberfläche mit einer dichten Polyethylenfolie oder feuchter Jute abgedeckt. Bei intensiver Verdunstung der Feuchtigkeit erfolgt eine regelmäßige fein zerstäubte Befeuchtung der Oberfläche mit sauberem Wasser.
Bei Niederschlag während des Betonierens wird der Arbeitsbereich mit mobilen Überdachungen oder Planen abgedeckt. Beton, dessen Gefüge durch Regen ausgewaschen wurde, muss vor dem Erstarren vollständig entfernt werden. Das Ausschalen des Bauteils und die Belastung des Fundaments durch fließendes Grundwasser ist erst zulässig, nachdem der Beton eine Druckfestigkeit von mindestens 5 MPa (50 kg/cm²) erreicht hat, was durch Prüfergebnisse von Probewürfeln im Labor nachgewiesen wird.
- Profilierung der Betonoberfläche mit einer Rüttelbohle entlang festgelegter Abziehlehren.
- Maschinelles Glätten der Oberfläche mit Rotationsglättern (nach dem anfänglichen Erstarren).
- Abdeckung der Plattenoberfläche mit Polyethylenfolie, um Feuchtigkeitsverlust zu verhindern.
- Durchführung regelmäßiger Temperatur- und Feuchtigkeitskontrollen (Führen eines Nachbehandlungsprotokolls).